SEA News Woche 27/2026

Der Sommer hält die SEA Welt ordentlich auf Trab! In dieser Ausgabe liegt unser Fokus auf einer echten Performance Falle: Google ändert die algorithmische Aussteuerung bei zielbasierten Gebotsstrategien für eingeschränkte Budgets. Warum Ihr hier dringend aktiv werden müsst, um Eure gewohnte Performance zu retten, erklären wir Euch gleich zu Beginn im Detail. Außerdem blicken wir auf die neue automatische Videogenerierung für reine Performance Max Feed Kampagnen. Abgerundet werden unsere News mit den Updates zu Standard Shopping, Demand Gen, dem neuen Text Disclaimer Asset und den spannendsten Takeaways vom Microsoft Advertising Activate Event 2026. Starten wir direkt mit dem wichtigsten Thema!

Google Ads – Grundlegendes Update für Gebotsstrategien mit Ziel-CPA oder Ziel-ROAS

Ab dem 17. August 2026 ändert Google die Funktionsweise von zielbasierten Gebotsstrategien grundlegend. Betroffen sind hierbei Kampagnen, die das Warnschild „Eingeschränkt durch Budget“ tragen und gleichzeitig mit einem Ziel CPA oder Ziel ROAS laufen. Bisher war das Verhalten des Algorithmus in dieser Kombination wie folgt: Lief Eure Kampagne in ein Budgetlimit und Euer hinterlegter Zielwert bot eigentlich noch reichlich Spielraum, strebte der Algorithmus dennoch stets nach der maximalen Effizienz für Euch. Um das begrenzte Budget bestmöglich zu nutzen, bot das System selektiv und risikoscheu. Im Ergebnis lieferte Google dadurch oft hervorragende CPA und ROAS Werte, die besser als Eure Zielvorgaben waren.

Was wird sich ändern?

Genau dieses Verhalten ändert Google nun grundlegend. Ab Mitte August wird der Algorithmus Eure eingestellten Ziel CPA und Ziel ROAS Werte als tatsächlich angestrebten Zielwert betrachten und genau diesen auch anpeilen. Auch dann, wenn es theoretisch noch bessere CPA oder ROAS Werte einbringen könnte. Für Eure Accounts birgt das eine nicht zu unterschätzende Performancefalle. Wenn Eure budgetlimitierte Kampagne beispielsweise bisher Leads für 5 € generiert hat, obwohl Euer Ziel CPA auf 10 € stand, wird Google künftig genau diese 10 € ausreizen und die Kampagne wird sich im CPA deutlich verschlechtern. Wenn Euer Tagesbudget gleich bleibt, erhaltet Ihr demnach unterm Strich schlichtweg weniger Conversions für Euer Geld. Kampagnen, die nicht im Budget eingeschränkt sind, betrifft das Update nicht, denn diese haben Eure Zielvorgaben schon immer genau angesteuert. Google selbst veröffentlichte dazu diese Grafik:

Quelle: Google

Damit Ihr Eure Performance retten könnt, stellt Google ab dem 6. Juli 2026 ein neues Anpassungstool in Euren Konten bereit. Sobald die Benachrichtigung dazu auftaucht, solltet Ihr Eure Kampagnen, die entweder einen Ziel CPA oder einen Ziel ROAS haben und im Budget begrenzt sind, unbedingt prüfen. Wenn Ihr weiterhin Eure performanteren Ziel CPA oder Ziel ROAS Werte erzielen wollt, müsst Ihr Eure Vorgaben über das Tool zwingend an die reale und bessere Leistung anpassen. Also sprich, wenn Euer eingestellter Ziel CPA bspw. bisher 10 € war, Ihr aber in der Praxis einen tatsächlichen CPA von 5 € erreichen konntet und die Kampagne im Budget eingeschränkt ist, dann passt unbedingt Euren Ziel CPA an, auf 5 €. Hier haben wir Euch noch ein offizielles Video von Google eingebunden, in dem sie das Ganze selbst noch einmal im Detail erklären.

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Weitere Informationen

Unsere Einschätzung

Wir finden, dieses Update muss durchaus kritisch betrachtet werden. Wir verstehen auf der einen Seite natürlich die Intention von Google, denn das Hauptziel dieser Anpassung ist eine höhere Planbarkeit beim Skalieren Eurer Kampagnen. Wenn Ihr Euch künftig darauf verlassen könnt, dass der tatsächliche CPA oder ROAS nicht mehr unvorhersehbar einbricht, sobald Ihr mehr Budget auf die Kampagne legt, lässt sich das Budget natürlich wesentlich unbesorgter erhöhen. Dass diese neue Konsistenz der Ergebnisse jedoch dadurch zustande kommt, dass wir in der Praxis schlechtere reale Resultate geliefert bekommen, als der Algorithmus eigentlich erzielen könnte, sehen wir kritisch. Prüft daher unbedingt Eure betroffenen Kampagnen also über das neue Tool und passt die Zielwerte rechtzeitig an die echte Leistung an.

Google Ads – Achtung bei automatisch erstellten Videos in „Feed-Only“ PMax Kampagnen

Eine Ankündigung per Mail von Google ließ uns vergangene Woche aufhorchen. Voller Überzeugung bringt uns Google die Info rüber, dass „Videogenerierung nun auch für Performance Max-Kampagnen (PMax) möglich (ist), die ausschließlich mit einem Google Merchant Center-Feed (GMC) laufen und keine zusätzlichen Assets enthalten. Bisher konnte unsere Technologie keine Videos erstellen, wenn in Ihrer PMax-Kampagne keine eigenen Text- und Bild-Assets hinterlegt waren. Dank dieses Updates haben wir neue Vorlagen eingeführt, mit denen Videos für reine Feed-Kampagnen direkt aus Ihren GMC-Bildern und Unternehmensinformationen (wie dem Unternehmensnamen) erstellt werden können.“  

Was ist also neu?

Google nutzt ab sofort GMC-Produktbilder und hinterlegte Unternehmensdaten (wie den Unternehmensnamen), um daraus vollautomatisch Videoanzeigen zu generieren. Googles Ziel dahinter ist die maximale Reichweite (für Shopping Ads?), denn laut Google bringen Kampagnen mit mindestens einem Video im Schnitt bis zu 6 % mehr Conversions bei ähnlichen Kosten. Fehlt ein eigenes Video, springt nun eben die KI ein.

Was bedeutet das für uns?

Zuerst einmal sind wir hier nicht begeistert. Kampagnen ohne Assets sollen Kampagnen ohne Assets sein. Wenn Google hier nun Videos „beimischt“, wird das Ziel der sogenannten Feed-Only Kampagnen angegriffen. Nun denken wir recht schnell an Vermeidung dieser automatisiert erstellten Video-Assets.

Dafür gibt es diese Optionen:

  • Eigene Videos hochladen – das hilft leider nicht weiter, wenn man keine Video-Assets möchtet
  • Opt-Out beantragen über Google Ansprechpartner – dies ist aber nur reaktiv gedacht und hält 3 Monate; in dieser Zeitspanne sollen Advertiser eigene Videos an den Start bringen oder Google tut dies dann automatisiert

Mit diesem Update sind wir leider nicht wirklich zufrieden, denn Google bevormundet die Werbetreibenden hier schon merklich.

Google Ads – „Conversion Wert maximieren“ jetzt für Standard Shopping verfügbar

Überraschende News für alle Fans der klassischen Kampagnenformate unter Euch! Google Ads hat ein bedeutendes Update für Standard Shopping Kampagnen ausgerollt und stellt Euch ab sofort die Gebotsstrategie „Conversion Wert maximierenzur Verfügung – bisher war nur noch „Ziel-ROAS“ möglich. Ehrlich gesagt freuen wir uns darüber, dass Google mit dem Kampagnentyp weitermacht und diesen nicht auf ein Abstellgleis schiebt. Und weiterhin erwarten wir auch die Option AI Max for Shopping endlich in unseren Standard Shopping Kampagnen.

Die neue Gebotsoption taucht direkt in Euren Kampagneneinstellungen im Dropdown Menü für die Gebotsstrategien auf. Wenn Ihr in Euren Shopping Kampagnen primär das Ziel verfolgt, den Umsatz beziehungsweise den Gesamtwert Eurer Verkäufe innerhalb eines festen Budgets zu maximieren, könnt Ihr Eure Aussteuerung nun noch präziser darauf ausrichten. Wie gesagt: Wir finden das Update spannend, da es Standard Shopping Kampagnen wieder ein Stück weit aufwertet und Euch neue Hebel an die Hand gibt, um das Beste aus Eurem Setup herauszuholen.

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Google Ads – Demand Gen Updates

Google gibt Neuerungen für drei Bereiche in Demand Gen bekannt.

Was ist neu?

  • Erweiterte automatische Video-Anpassungen: Demand Gen unterstützt in Kürze noch umfassendere Transformationen der Seitenverhältnisse. So können Eure Videos automatisch von vertikal zu quadratisch, vertikal zu Querformat oder quadratisch zu Querformat angepasst werden. Das macht es noch einfacher, Eure Videoanzeigen ohne großen Produktionsaufwand für jeden Bildschirmtyp zu optimieren.
  • KI-gestützte Creative Insights durch Gemini: Wenn Ihr Bild- und Video-Assets für Eure Kampagnen auswählt, liefert Euch Gemini bald automatisierte Empfehlungen. Die KI analysiert Eure Creatives und gibt konkrete Tipps, wie Ihr sie für eine bessere Performance auf YouTube optimieren könnt.
  • Web-to-App Acquisition Measurement: Ab sofort könnt Ihr exakt nachverfolgen, wie Eure Demand Gen Kampagnen zur Gewinnung neuer App-Nutzer beitragen. Durch das präzise Tracking von App-Installationen erhaltet Ihr einen vollständigen Überblick über Euren ROI.

Google Ads – Neue Asset Option: Text-Haftungsausschlüsse für Suchanzeigen

Mit Text-Haftungsausschlüssen unter den Erweiterungen bzw. „Assets“ könnt Ihr die erforderlichen Bestimmungen, Bedingungen und Offenlegungen in Euren bestehenden Textanzeigen einblenden. Diese Haftungsausschlüsse werden immer im Bereich mit den Textzeilen Eurer responsiven Suchanzeigen präsentiert. Falls in Eurer Anzeige aus Gründen der Einhaltung regulatorischer Anforderungen bestimmte Texte, Bestimmungen oder Offenlegungen enthalten sein müssen, könnt Ihr mit dieser Funktion ab sofort dafür sorgen, dass sie zu sehen sind.

Quelle: adseed

Microsoft Advertising – Activate 2026 Recap: KI steht weiterhin im Fokus

Auf der Microsoft Advertising Activate 2026 stand – ähnlich wie zuletzt bei der Google Marketing Live – die Weiterentwicklung von KI-Funktionen im Mittelpunkt. Neben strategischen Themen hat Microsoft vor allem konkrete Neuerungen für Werbetreibende vorgestellt, die in den kommenden Monaten direkt in den Microsoft Advertising Accounts ausgerollt werden. Im Fokus stehen dabei mehr Automatisierung, intelligentere Kampagnensteuerung und zusätzliche Optimierungsmöglichkeiten.

Zu den wichtigsten Neuerungen gehören:

  • AI Max for Search Campaigns: das kennt Ihr alle schon von Google Ads. Microsoft führt mit AI Max for Search im Grunde dieselbe KI-gestützte Erweiterung für Suchkampagnen ein. Ähnlich wie bei Google kombiniert AI Max Funktionen wie Keyword-Erweiterungen, automatisierte Anzeigentexte und intelligente Zielseitenauswahl, um zusätzliche Suchanfragen zu erschließen und die Kampagnenleistung zu steigern – ohne dass eine neue Kampagnenart erstellt werden muss.
  • Copilot im Microsoft Advertising Interface: Der Copilot wird tiefer in die Benutzeroberfläche integriert und unterstützt Euch künftig bei der Kampagnenerstellung, Performance-Analyse und Optimierung. Ihr könnt dann direkt im Account Empfehlungen abrufen, Fragen zu Kampagnendaten stellen oder Optimierungsvorschläge generieren lassen. Damit entwickelt Microsoft den Copilot quasi zum KI-Agenten weiter, der künftig nicht nur Empfehlungen ausspricht, sondern auch eigenständig Optimierungsmöglichkeiten erkennt und Handlungsvorschläge liefert.
  • Neue KI-Funktionen für Performance Max: Auch Performance Max-Kampagnen erhalten weitere Optimierungen. So erweitert Microsoft die KI-gestützte Asset-Erstellung, verbessert die Anzeigengenerierung und stellt zusätzliche Steuerungs- und Reporting-Möglichkeiten bereit. Unter anderem erhaltet Ihr Einblicke in die tatsächlichen Publisher-Websites, auf denen Eure Anzeigen ausgespielt werden, inklusive Leistungsdaten wie Klicks, Conversions und Kosten. Ergänzt wird dies durch Landingpage- und Suchbegriffs-Reports sowie künftig auch Auction Insights. Damit wird Performance Max bei Microsoft tatsächlich deutlich transparenter.

Die vorgestellten Neuerungen zeigen deutlich, dass Microsoft Advertising den gleichen Weg einschlägt wie Google: Weniger manuelle Kampagnensteuerung, dafür mehr KI-Unterstützung direkt im Account. Besonders AI Max for Search dürfte für viele von Euch interessant werden, da bekannte Automatisierungsfunktionen gebündelt werden und Suchkampagnen einfacher skaliert werden können. Aber erstmal abwarten, wie das Feature bei Microsoft Ads funktioniert. Gleichzeitig entwickelt sich der Copilot immer stärker vom reinen Assistenten zu einem aktiven Kampagnenmanager – ein Trend, der die tägliche Arbeit im SEA (sowohl bei Google als auch bei Microsoft) in den kommenden Jahren nachhaltig verändern dürfte.

Weitere Kurznachrichten

Google Ads – Überprüfung für Finanzdienstleister wird ausgedehnt

Google erweitert sein Verifizierungsprogramm für Finanzdienstleister auf alle Mitgliedstaaten der Europäischen Union (EU) und des Europäischen Wirtschaftsraums (EWR), um betrügerische Anzeigen (Scam) effektiver zu bekämpfen. Werbetreibende müssen nach einer Benachrichtigung im Google Ads Account innerhalb von 30 Tagen nachweisen, dass sie von den nationalen Regulierungsbehörden autorisiert sind, da Finanzanzeigen via Google Ads andernfalls eingeschränkt oder gesperrt werden.

Google Tag Manager – Google optimiert Server-to-Server-Tracking

Google schließt eine Datenlücke beim Server-side Tracking: Bisher gingen in reinen Server-zu-Server-Setups ohne Cookie-Kontext oft Conversions verloren. Ab sofort werden serverseitige Daten bei vorhandener GCLID intelligent mit parallelen Browser-Signalen verknüpft. Das Ergebnis: Eine deutlich genauere Conversion-Zuordnung in Floodlight und sauberere Performance-Daten im Account.

Lesetipps

Der neue State of AI Report 2026 von Sensor Tower liefert Euch beeindruckende Zahlen zur rasanten Entwicklung von KI Apps und deren direktem Einfluss auf das Onlineshopping. Schaut unbedingt in die Studie rein, um zu verstehen, warum intelligente Algorithmen heute tief in der Architektur und dem Reaktionsmuster des Webs verankert sind und wie Assistenten wie ChatGPT das Kaufverhalten Eurer Zielgruppen nachhaltig verändern.

Google Ads blendet Euch ab sofort direkt im Interface neue Tipps und Best Practices zum gezielten Anpinnen von Anzeigentiteln sowie Textzeilen ein. Lest Euch diese Empfehlungen genau durch, um künftig bei Euren Anzeigen die perfekte Balance zwischen redaktioneller Kontrolle und der nötigen Freiheit für den ausliefernden Algorithmus zu finden.

Wie diese Ausgabe zeigt, erfordert die fortschreitende Automatisierung in den Werbeplattformen mehr denn je unser wachsames Auge. Ob beim großen Bidding Update oder bei KI generierten PMax Videos, wir dürfen die Zügel nicht komplett blind aus der Hand geben. Wir hoffen, unsere Einschätzungen helfen Euch dabei, Eure Konten sicher und effizient durch die aktuellen Systemänderungen zu navigieren. Wir behalten die Entwicklungen natürlich weiterhin für Euch im Blick. Bis zum nächsten Mal und weiterhin maximale Erfolge für Eure Kampagnen!

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