SEA News Woche 34/2026

Diese Woche kommt frischer Wind aus Übersee: ChatGPT Ads starten in 31 weiteren Ländern und sind damit endlich auch bei uns in Europa angekommen. Bei Google Ads rollt AI Max jetzt zusätzlich für Shopping-Kampagnen aus, während Microsoft Advertising mit AI Max for Search, neuen PMax-Testmöglichkeiten und einer eigenen Conversions API kräftig nachzieht – gleich mehrere Updates auf einmal. Dazu gibt’s Neuigkeiten zum Sprachen-Targeting in Google Ads sowie die frische Version 2.13 des Google Ads Editors im Gepäck. Los geht’s!

ChatGPT Ads – 31 weitere Länder verfügbar

Ab dem 24. August rollt OpenAI ChatGPT Ads in 31 europäischen Ländern aus, darunter Deutschland, Frankreich, Spanien, Italien, Schweden, Norwegen, Dänemark, die Niederlande und Österreich. Damit geht es nun rund sechs Monate nach dem Start der ersten Anzeigentests in den USA im Februar auch in Europa für Advertiser los.

Zugang erhalten Werbetreibende zunächst über das OpenAI Ads Solutions-Team sowie über Partneragenturen und Technologiepartner. Der Zugang zum Ads Manager für die eigenständige Nutzung einzelner User soll später in diesem Quartal (wir nehmen an, OpenAI meint Q3, also im September) folgen.

OpenAI hat die Ads Plattform in den vergangenen Monaten kontinuierlich ausgebaut: Auf CPM-Gebote folgte CPC, inzwischen werden auch Conversion-basierte Strategien bereitgestellt, sodass Ihr Kampagnen auf echte Werbeziele ausrichten könnt. Ergänzt wurde das Angebot um geografische Ausrichtungsmöglichkeiten und benutzerdefinierte Zielgruppen sowie um Messmöglichkeiten über OpenAI Pixel und die Conversions API (1st Party Tracking).

Unsere Einschätzung

Wir warten ja schon eine Weile auf die ChatGPT Ads – wegen der strengeren Datenschutzanforderungen in Europa auch schon recht lange. Für SEA-Verantwortliche lohnt sich ein Blick auf das neue Format als Ergänzung (wir gehen nicht von einem Ersatz aus) zu Google Ads und Microsoft Advertising aus. Wir gehen nun von zügig folgenden Ads in Googles AI Mode und AI Overview aus, da wir annehmen dass die regulatorischen Hürden ähnlich sind oder waren.

Wir freuen uns auf den neuen Player und gehen fest davon aus, die ChatGPT Ads News hier regelmäßig zu präsentieren.

Google Ads – AI Max for Shopping verfügbar

Wir haben in unseren News bereits über AI Max for Shopping berichtet – nun rollt Google die (Beta-)Funktion für neu angelegte Standard-Shopping-Kampagnen aus.

Quelle: adseed

Kernstück ist die Textanpassung: Google AI generiert dynamisch angepasste Produkttitel auf Basis des Merchant-Center-Feeds, wenn dadurch eine bessere Performance erwartet wird. Hier könnt und solltet Ihr über die Richtlinien für Text Eure No-Gos für Begriffe und Anzeigenwording definieren.

Ergänzend ermöglicht die Erweiterung der finalen URL, dass Ihr neben klassischen Shopping-Anzeigen auch Textanzeigen ausspielen könnt, die auf gecrawlten Kategorie- oder redaktionellen Seiten der Website basieren.

Beide Funktionen zielen darauf ab, Produkte auch in Übersichten mit KI und im KI-Modus sichtbar zu machen. Laut internen Google-Daten sollen Werbetreibende damit natürlich bessere Performance Ergebnisse erzielen. Aus Erfahrung sagen wir: Ohne Kontrolle und Bewertung kann das leider schiefgehen.

Quelle: adseed

Unsere Einschätzung

Bereits bei der Ankündigung hatten wir Skepsis angemeldet, ob AI Max tatsächlich messbare Verbesserungen bringt – bei der Suchvariante sehen wir bislang nur vereinzelt positive Effekte. Dass das Feature jetzt zunächst nur für neu angelegte Kampagnen greift, bedeutet für bestehende Shopping-Kampagnen erst einmal Abwarten. Für den Feed steigt damit die Bedeutung sauberer Produktdaten weiter, da automatisch generierte Titel direkt darauf aufbauen.

Wir empfehlen kontrolliertes Testing und die Option, AI Max in Shopping Kampagnen auch wieder zu deaktivieren.

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Microsoft Advertising – AI Max, neue PMax-Tests und die neue Conversions API

Microsoft Advertising hat in den letzten Wochen ordentlich nachgelegt. Von AI Max for Search über neue Testmöglichkeiten und demografisches Targeting in Performance Max bis hin zur Conversions API – wir haben Euch die wichtigsten Neuerungen im Überblick zusammengestellt. Und vielleicht ist es Euch bereits in manchen Konten aufgefallen: auch optisch tut sich bei Microsoft gerade einiges.

Auch das Thema Werbung mit Microsoft Copilot gewinnt dabei zunehmend an Bedeutung. Microsoft entwickelt seine KI-Suchumgebungen weiter und schafft neue Möglichkeiten für kontextbezogene Werbung.

AI Max ist global ausgerollt

Microsoft Advertising zieht im Vergleich zu Google Ads nach und bringt AI Max for Search jetzt weltweit für Suchkampagnen raus. Das Feature bündelt drei Funktionen: Search Term Matching (erweitertes Keyword-Matching über Suchbegriffe, Anzeigen, Landingpages und Kontextsignale hinaus), Text Customization (automatisch generierte Anzeigentext-Varianten auf Basis bestehender Assets und Website-Inhalte) sowie Final URL Expansion (dynamische Auswahl der am besten passenden Landingpage statt einer fest hinterlegten URL). Ihr kennt das sicherlich alles schon genauso vom großen Bruder Google Ads, weshalb wir das nicht nochmal en détail erläutern.

Quelle: adseed

Wichtig ist aber: AI Max bleibt für neue wie bestehende Kampagnen ein Opt-in und nichts wird automatisch aktiviert. Außerdem bleibt die Kontrolle wie bei Google Ads mit Markenausschlüssen, Reportings, URL-Regeln und Einstellungen auf Anzeigengruppenebene halbwegs erhalten. Und bei importierten Google-Ads-Kampagnen übernimmt Microsoft vorhandene AI-Max-Einstellungen.

Aus unserer Sicht zieht Microsoft hier ganz offensichtlich mit Google gleich – Search Term Matching, Textanpassungen und dynamische Landingpages kennen wir aus der Google AI Max for Search schon zur Genüge. Positiv fällt auf, dass Microsoft die Automatisierung konsequent opt-in hält und von Beginn an Kontrollmöglichkeiten mitliefert.

Erweiterte Testmöglichkeiten für PMax

Jetzt switchen wir mal rüber zum nächsten Kampagnentyp. Und zwar führt Microsoft zwei neue Experiment-Typen speziell für Performance Max ein und schließt damit eine Lücke, die strukturiertes Testen bisher nur in Search-Kampagnen erlaubte. Das Uplift-Experiment misst den inkrementellen Effekt einer PMax-Kampagne, indem sie gegen eine Kontrollgruppe vergleichbarer Nicht-PMax-Kampagnen laufen gelassen wird. Die Differenz zeigt am Ende, wie viel zusätzlichen Wert PMax tatsächlich liefert. Für belastbare Ergebnisse empfiehlt Microsoft eine Mindestlaufzeit von zwei, besser aber rund acht Wochen.

Das Upgrade-Experiment erlaubt dagegen den direkten Vergleich einer bestehenden Kampagne mit einer aktualisierten PMax-Version, bevor die Umstellung final ausgerollt wird. Beide Formate finden sich im Bereich Kampagnen → Experimente und sind aktuell nur für berechtigte Konten mit eingeschränkter Verfügbarkeit nutzbar.

Alters- und Geschlechts-Targeting für PMax

Außerdem hat die Werbeplattform seine PMax-Kampagnen um ein direktes Alters- und Geschlechts-Targeting erweitert. Ihr könnt damit gezielt bestimmte demografische Gruppen ein- oder ausschließen, statt sich wie bisher allein auf automatisierte Signale zu verlassen. Konkret stehen folgende Optionen zur Verfügung:

  • Altersgruppen: 18–24, 25–34, 35–49, 50–64, 65+
  • Geschlecht: weiblich, männlich, unbekannt

Damit funktioniert das Feature analog zum demografischen Targeting, das in Such- und Audience-Kampagnen bereits verfügbar ist – Microsoft schafft so mehr Konsistenz zwischen den Kampagnentypen. Eine Unterstützung für den Google Import soll laut Ankündigung ebenfalls folgen.

Conversions API (CAPI) wird eingeführt

Eine der großen Neuigkeiten kommt aus dem Tracking-Bereich. Und zwar bietet Microsoft Advertising mit der Conversions API (CAPI) jetzt eine Möglichkeit für serverseitiges Conversion-Tracking auf Basis von UET. Damit lassen sich Nutzeraktionen wie Käufe oder Leads auch dann zuverlässig erfassen, wenn clientseitiges Tracking durch Browser-Restriktionen oder Adblocker eingeschränkt ist. Die CAPI lässt sich eigenständig oder ergänzend zum klassischen UET-Tag nutzen, ein clientseitiges ID-Synchronisierungspixel bleibt für Remarketing und Zielgruppenbildung aber weiterhin nötig. Alle technischen Details findet Ihr direkt bei Microsoft.

Der Zugang dazu befindet sich aktuell in der Pilotphase; wer von Euch teilnehmen möchte, sollte sich dazu an seinen Account-Manager oder Microsoft-Ansprechpartner wenden. Der Integrationsaufwand ist laut Microsoft selbst höher als beim Standard-Tag – das ist also eher etwas für Advertiser mit vorhandener Server-Side-Infrastruktur. Angesichts wachsender Cookie-Restriktionen ist der Schritt aber naheliegend und wird perspektivisch relevanter für Euch.

Microsoft Advertising schafft Max CPC bei neuen Kampagnen ab

Kurzfristig erreichte uns noch eine Mitteilung von Microsoft Advertising, die wir Euch nicht vorenthalten wollen: Ab dem 1. Oktober 2026 steht „Max CPC“ bei der Erstellung neuer Nicht-Portfolio-Kampagnen als Option nicht mehr zur Verfügung. Als Begründung nennt Microsoft, dass CPC-Obergrenzen das Potenzial automatisierter Gebotsstrategien einschränken und deren Zielerreichung beeinträchtigen können. Stattdessen empfiehlt Microsoft, die Performance über Budgets, Ziel-CPA, Ziel-ROAS, Conversion-Wert-Regeln und saisonale Anpassungen zu steuern. Bestehende Kampagnen, die vor dem Stichtag angelegt wurden, behalten Max CPC als Option, ebenso Kampagnen mit Portfolio-Gebotsstrategien.

Inhaltlich überrascht der Schritt nicht – Microsoft folgt damit dem allgemeinen Trend weg von manuellen Gebotsobergrenzen hin zu automatisierten, zielbasierten Strategien, den wir in ähnlicher Form auch bei Google Ads beobachten.

Google Ads – Angepasstes Sprachen-Targeting für Suche und Performance Max

Google Ads vereinfacht ab Ende September 2026 das Targeting auf Sprachen bei Such- und Performance Max-Kampagnen.

Was ist neu? Bei Suchkampagnen entfällt die Spracheinstellung auf Kampagnenebene künftig komplett – stattdessen wird automatisch die Sprache der jeweiligen Anzeige für die Auswahl berücksichtigt.

Bei Performance Max gilt für die Google-Suche künftig dieselbe Logik wie bei Suchkampagnen, während für YouTube, Display, Discover und Gmail die bisherige Spracheinstellung auf Kampagnenebene weiterhin greift. Gibt es im Konto mehrere infrage kommende Kampagnen, entscheidet die KI-basierte Anzeigengruppen-Priorisierung, welche Anzeigensprache als relevanteste ausgespielt wird.

Google Ads – Google Ads Editor Version 2.13

Google hat die Version 2.13 des Google Ads Editors veröffentlicht, die erneut zahlreiche neue Funktionen zur effizienteren Kampagnenverwaltung mitbringt.

Quelle: adseed

Hier sind die wichtigsten Features für Euch im Überblick:

  • AI Max für Shopping-Kampagnen: Der volle Funktionsumfang von AI Max – automatisierter Text, URL-Erweiterungen, Textrichtlinien, URL-Ausschlüsse und Markenlisten – steht jetzt auch für Shopping-Kampagnen zur Verfügung.
  • Neu strukturierte Gebotsstrategien: Ziel-CPA und Ziel-ROAS laufen für Such- und Performance Max-Kampagnen nun als getrennte Gebotsstrategien, inklusive verschobenem Attributfeld für die Ziel-ROAS-Toleranz.
  • KI-Bestätigung für Bild- und Video-Assets: Ein neues Compliance-Feld erlaubt Euch, Offenlegungspflichten für KI-generierte Inhalte zu verwalten – wählbar zwischen „Nicht festgelegt“, „Label“ und „Nicht labeln“, im Bulk oder direkt in der Asset-Auswahl.
  • Berichte zur Kanalleistung: Ein neuer nativer Report bildet die Aufschlüsselung aus „Statistiken und Berichte“ direkt im Editor ab, sodass Ihr Kanalmesswerte nicht mehr extra im Frontend nachschlagen müsst.
  • Verbesserte Spaltenverwaltung: Über ein neu gestaltetes Dialogfeld lassen sich Sichtbarkeit, Reihenfolge und Sortierregeln von Spalten anpassen, als Voreinstellung speichern und per CSV exportieren oder importieren.
  • Weitere Neuerungen: Optionale Ziel-CPV-/CPM-Gebote, ein Maps-Kanal für Demand Gen sowie ein fortsetzbarer Kontodownload runden das Update ab. Eingestellt wurde dagegen die Erstellung neuer Video-Aktionskampagnen, da aktive Kampagnen bereits zu Demand Gen migriert wurden.

Für Euch bedeutet das vor allem mehr Kontrolle und Transparenz bei zunehmend automatisierten Prozessen – die KI-Kennzeichnung für Assets und die neu sortierten Gebotsstrategien schaffen hier mehr Klarheit im Alltag. Auch die nativen Kanalleistungsberichte und die überarbeitete Spaltenverwaltung dürften Euch im Tagesgeschäft spürbar Zeit sparen.

Weitere Kurznachrichten

Google Merchant Center – Performance-Reporting-Änderungen

Google vereinheitlicht ab dem 24. August 2026 die Performance-Berichte im Merchant Center mit Google Ads und YouTube: YouTube-Affiliate-Traffic wird künftig separat ausgewiesen, die Definition für organischen YouTube-Traffic angepasst, und das Produkt-Level-Reporting für Google Ads erweitert sich auf alle Kanäle und Formate. Das kann einmalig zu Sprüngen bei den ausgewiesenen Zahlen führen – teils auch rückwirkend ab 1. Juli 2026.

Google Ads – Enhanced Matching für Customer Match

Google rollt offenbar eine neue Enhanced-Matching-Option für Customer Match aus. Wird die Funktion aktiviert, kann Google die Reichweite von hinterlegten Kundenlisten erweitern und dabei auch passende, eingewilligte Nutzer bei Publishern berücksichtigen. Die Einstellung ergänzt bereits bestehende Optionen für Smart Bidding, Optimised Targeting und Conversion-basierte Kundenlisten.

Google Ads – Neue Conversion-Art „Branded Searches“

Google führt mit „Branded Searches“ eine neue Conversion-Art für YouTube- und Demand-Gen-Kampagnen ein. Damit könnt Ihr messen, ob Nutzer nach dem Kontakt mit Eurer Werbung anschließend nach Eurer Marke auf Google oder YouTube suchen. Die Messung erfolgt über einen Zeitraum von sieben Tagen und benötigt kein zusätzliches Setup – spannende Insights also, um den Einfluss von Upper-Funnel-Kampagnen auf die Markenbekanntheit besser zu bewerten.

Google Ads – Performance Max erstellt fehlende Videoformate per KI

Google erweitert die Asset-Optimierung in Performance Max und lässt künftig mithilfe generativer KI fehlende Videoformate erstellen. So passt das System vorhandene Videos automatisch für unterschiedliche Platzierungen an, beispielsweise von horizontal auf quadratisch oder vertikal. Wer diese KI-Optimierung nicht nutzen möchte, kann bis zum 4. September 2026 widersprechen und die Einstellungen anschließend auch direkt in Google Ads verwalten.

Lesetipps

Vier-Stufen-Modell: Der Weg zu funktionierenden KI-Agenten in Google Ads.

Drei Kreativ-Größen mit unbegrenztem Zugang zu Googles KI-Studio: Was sie mit Google Flow gebaut haben.

Neue Analyse: Anzeigen im AI Mode zitieren die zahlenden Werbetreibenden nur selten als Quelle.

Das war’s auch schon von unserer Seite für diese Woche. Gerade bei Microsoft Advertising und mit dem ChatGPT-Ads-Start in Europa tut sich aktuell einiges – wir bleiben dran und halten Euch auf dem Laufenden. Bis zur nächsten Ausgabe wünschen wir Euch viel Erfolg in Euren Kampagnen!

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