Neues Jahr, neue SEA News! Zum Start ins Jahr gibt es direkt eine ganze Reihe an Updates: Microsoft Advertising rollt mehrere Funktionen aus – von Asset-Level Reviews über Content Targeting bis hin zu neuen Reporting- und Spaltenoptionen. Auch bei Google Ads tut sich einiges: kleinere Audience-Grenzen eröffnen neue Targeting-Möglichkeiten, Demand Gen wird weiter ausgebaut und Video-Assets spielen eine immer größere Rolle – von Merchant Center bis Performance Max. Ergänzt wird das Ganze durch Änderungen bei Produkt-IDs, neue Entwickler-Tools und erste regulatorische Ankündigungen für 2026. Also nix wie ran an den Stoff!
Microsoft Advertising – Mehr Kontrolle, mehr Insights
Die Weihnachtszeit ist vorbei und viele von Euch kommen gerade runter vom Weihnachts- und Neujahrsstress. Genau der richtige Zeitpunkt, um Euch die neuesten Updates & Veröffentlichungen von Microsoft Advertising zu präsentieren.
Redaktionelle Überprüfung auf Asset-Ebene
Bereits Ende November 2025 hat Microsoft offiziell angekündigt, dass die neue redaktionelle Überprüfung auf Asset-Ebene für Microsoft Advertising eingeführt wird – also die Überprüfung einzelner Anzeigen-Bestandteile (z. B. Titel, Beschreibungen, Bilder) für die Einhaltung der Werberichtlinien passiert auf Asset-Ebene, statt wie bisher auf Anzeigen-Gesamtebene. Darauf sind wir auch in unserem vorletzten Blogbeitrag eingegangen.
Nun ist es soweit: es wurde offiziell bestätigt, dass diese granulare, Asset-bezogene Überprüfung live auf der Plattform verfügbar ist. Auch wir sind schon auf Spurensuche gegangen und konnten die neue Funktion finden.
Quelle: adseed
Content Targeting für Audience Ads
Microsoft Advertising hat Content Targeting für Audience Ads offiziell in allen Märkten ausgerollt, sodass Ihr Eure Kampagnen jetzt gezielter in kontextuell passenden Umgebungen platzieren könnt – z. B. nach Themen wie Finance, Travel oder Technology, sowie über spezifische Microsoft-Pakete wie Gaming, MSN Health und Outlook. Die Funktion unterstützt Display-, Video- sowie native Formate und soll Euch damit eine deutlich höhere Relevanz und Effizienz der Ausspielung ermöglichen.
Benutzerdefinierte Spalten sind da
Microsoft Advertising hat Custom Columns (benutzerdefinierte Spalten) im Interface eingeführt, mit denen Ihr Eure Performance-Übersichten und -Reports flexibel um selbst definierte Kennzahlen ergänzen könnt – ein lange gewünschtes Feature, das direkte Analysen ohne externe Tools erleichtert. Ihr findet die Funktion in der Kampagnen-Übersicht bei Spalten unter “Benutzerdefinierte Spalten”.
Die neue Funktion erlaubt es Euch (im Grunde wie bei Google Ads), benutzerdefinierte Spalten basierend auf Formeln und bestehenden Metriken zu erstellen, was z. B. individuelle KPIs oder zusammengesetzte Werte direkt im Reporting sichtbar macht. Allerdings sind derzeit noch nicht alle Metriken verfügbar, was Microsoft aber aktiv nachbessern will. Für Euch bedeutet das mehr Kontrolle über Dashboards und Auswertungen innerhalb der Plattform. Das freut alle SEA-Profis.
Quelle: adseed
Performance Max mit neuen Reporting- und Steuerungsfunktionen
Die Werbeplattform baut seine Performance Max Kampagnen (PMax) weiter aus und liefert im Jahr 2026 neue Reporting- und Kontrollmöglichkeiten für SEA-Experten. Neu sind unter anderem URL-Optionen und Tracking-Templates auf Ressourcengruppen-Ebene, die eine präzisere Messung und Steuerung ermöglichen. Diese Einstellung könnt Ihr vornehmen, wenn Ihr die Ressourcengruppen bearbeitet.
In einer offenen Beta könnt Ihr einer Kampagne außerdem bis zu 10.000 negative Keywords zuweisen, was die Kontrolle über die Ausspielung deutlich erhöht. Ebenfalls neu ist eine Beta für Neukundengewinnungsziele, die gezielte Gebotsstrategien für neue Kunden erlaubt. Dies ist bei der Erstellung einer PMax-Kampagne einstellbar. Insgesamt sorgen die Updates für eine stärkere Annäherung an den Reifegrad von Googles Performance-Max-Ansatz.
Google Merchant Center – Getrennte Produkt-IDs für Multi-Channel-Items werden Pflicht
Ordnung ist im E-Commerce bekanntlich das halbe Leben – und Google nimmt das ab sofort besonders genau. Ab März 2026 müsst Ihr für Produkte, die sowohl online als auch im stationären Handel verkauft werden, getrennte Produkt-IDs nutzen, wenn sich Attribute wie Preis, Verfügbarkeit oder Zustand unterscheiden. Ein Artikel benötigt also eine ID für den Online-Feed und eine abweichende ID für den lokalen Feed.
Was bedeutet das für Euch? Nutzt Ihr Multi-Channel-Strategien, müsst Ihr Eure Feed-Struktur prüfen. Google hat bereits betroffene Merchant-Center-Konten per E-Mail informiert. Identische IDs über verschiedene Kanäle hinweg können künftig zu Ablehnungen im Merchant Center oder zu Sichtbarkeitsproblemen in Euren Kampagnen führen.
Google Ads – Zielgruppen Nutzerlimit gesenkt
Eine Nachricht, auf die wir nicht unbedingt gewartet haben, die wir aber gern inhaltlich hinnehmen: Google senkt und vereinheitlicht die Mindestanforderungen für die Größe von Datensegmenten bzw. Zielgruppen.
Was wird ab jetzt anders?
Bisher mussten wir und Ihr oft Geduld beweisen, um Zielgruppen (insbesondere im Remarketing) nutzen zu können. Während im Display-Netzwerk schon lange mindestens 100 aktive Nutzer ausreichten, lag die Hürde für das Suchnetzwerk, YouTube oder Discovery (aka. Demand Gen) meist bei 1.000 aktiven Nutzern innerhalb der letzten 30 Tage und damit ziemlich hoch.
Das ändert sich aber nun. Laut der aktualisierten Google Hilfe-Seite gilt ab sofort eine Mindestzielgruppenstärke von 100 aktiven Besuchern oder Nutzern für alle Kampagnentypen – also konrekt für:
- Google Suchnetzwerk
- Google Displaynetzwerk
- YouTube
- Demand Gen
- Google Shopping
Was folgt daraus?
Für kleine bzw. spitze Zielgruppen, B2B-Kampagnen und den schnelleren Start von neuen Remarketing-Listen ist die Änderung eine gute Nachricht. Überbewerten solltet Ihr die möglichen Effekte allerdings auch nicht, denn kleine Zielgruppen machen auch weniger Impressionen, Klicks und Conversions. Können aber nun auch schneller als bisher relevante User erreichen.
Unsere Einschätzung
Eine sinnvolle Vereinfachung, die uns das Leben im Account-Management etwas leichter macht und neue strategische Möglichkeiten für kleinere Segmente eröffnet. Ebenso hilft das Update natürlich auch Google´s Einnahmen, denn hier können Klicks gemacht und abgerechnet werden, die es bisher nicht gab.
Google Merchant Center: Neue Video-Integration und KI-Bildbearbeitung
Im Merchant Center (GMC) hinterlegte Videos sind ab sofort direkt in Eurer Google Ads Asset-Bibliothek verfügbar. Sobald Euer GMC-Konto verknüpft ist, könnt Ihr Eure Produktvideos nahtlos für Performance Max- oder Demand Gen-Kampagnen nutzen. Eine Arbeitserleichterung für alle, die im Feed schon auf Video-Content setzen.
Passend dazu bekommt das Product Studio ein ordentliches Upgrade: Ihr könnt statische Produktbilder jetzt per KI animieren und Hintergründe noch präziser anpassen. So erstellt Ihr ohne Grafik-Team kleine Videos, die ihr auch für Social Ads oder YouTube Shorts verwenden könnt. Nutzt diese KI-Tools, um Eure Produkte mit minimalem Aufwand lebendiger zu machen und euch vom Wettbewerb abzuheben.
Google Ads – Demand Gen Updates: Geo-Targeting, Maps, Video Resize
Standort-Targeting in Demand-Gen-Kampagnen: Präsenz vs. Interesse
In den Einstellungen von Demand-Gen-Kampagnen gibt es unter dem Punkt „Standorte“ die Möglichkeit, die Standortausrichtung genauer zu definieren. Dabei könnt Ihr – wie bei Suchkampagnen und inzwischen auch Performance Max Kampagnen – zwischen „Präsenz“ sowie „Präsenz oder Interesse“ unterschieden werden. Durch die Auswahl von „Präsenz“ stellt Ihr sicher, dass Eure Anzeigen ausschließlich Nutzerinnen und Nutzern ausgespielt werden, die sich tatsächlich in der definierten Zielregion aufhalten.
Quelle: ppc news feed
Demand Gen jetzt mit gezielter Google Maps-Steuerung
In den Kanaleinstellungen Eurer Demand Gen-Kampagnen könnt Ihr Google Maps nun explizit an- oder abwählen. Das bedeutet für Euch:
- Gezielte Steuerung: Ihr könnt Maps in Euren Kanal-Mix integrieren oder sogar standalone Google Maps-Kampagnen innerhalb des Demand Gen-Formats aufsetzen.
- Präzisere Ausspielung: Eure visuellen Anzeigen erscheinen genau dort, wo Nutzer aktiv nach Orten oder Dienstleistungen in ihrer Nähe suchen.
Quelle: ppc news feed
Unser Tipp: Testet eine reine „Maps-Only“-Kampagne für zeitlich begrenzte lokale Events oder Sonderangebote, um die maximale Aufmerksamkeit in der direkten Umgebung Eures Standorts zu generieren.
Neue Video-Automatisierung bei Demand Gen (Vorsicht: Auto-Opt-in!)
Google drückt bei der Automatisierung mal wieder aufs Gas: In den Demand Gen-Kampagnen gibt es ein neues Feature namens „Resized videos“. Das Wichtigste vorab: Die Funktion ist oft per Auto-Opt-in bereits aktiviert! Google erstellt nun automatisch verschiedene Seitenverhältnisse aus Euren Video-Assets, um mehr Platzierungen (z. B. Shorts oder Discover) abzudecken. Auch das Kürzen langer Clips („Shorter videos“) und das Erstellen von Screenshots Eurer Landingpage als Bild-Asset gehören zu diesen automatischen Optimierungen.
Was bedeutet das für Euch?
Ihr gewinnt zwar an Reichweite, verliert aber die Kontrolle über den Look. Automatisch skalierte Videos können unvorteilhafte Ausschnitte wählen oder Texte abschneiden.
Quelle: Thomas Eccel
Weitere Kurznachrichten
Google Ads – Neuer Developer Assistant für die Ads API
Google macht Entwicklern das Arbeiten mit der Ads API deutlich einfacher. Mit dem neuen Ads API Developer Assistant v1.0 steht nun eine AI-Erweiterung für die Gemini CLI bereit, mit der Ihr die Google Ads API per natürlicher Sprache abfragen könnt. Das Tool ist ab sofort auf GitHub verfügbar und richtet sich vor allem an Teams, die schneller und effizienter mit der Ads API arbeiten wollen.
Google Ads – Werbung für Prediction Markets unter strengen Auflagen
Google erlaubt in den USA künftig Werbung für sogenannte Prediction Markets. Dabei geht es um Plattformen, auf denen Nutzer auf den Ausgang realer Ereignisse wetten können, etwa Wahlen oder wirtschaftliche Entwicklungen. Wichtig für Euch: Anzeigen dürfen nur von staatlich streng regulierten Anbietern geschaltet werden. Unregulierte Plattformen bleiben weiterhin ausgeschlossen. Einschätzung: Das muss es nicht unbedingt geben!
Apple Ads – Mehr Suchanzeigen im App Store ab 2026
Apple erweitert 2026 das Inventar für App-Store-Suchanzeigen. Zusätzlich zu den bekannten Top-of-Search-Platzierungen werden neue Anzeigen direkt zwischen den organischen Suchergebnissen ausgespielt. Wichtig für Euch: Die Platzierung ist nicht beeinflussbar und Relevanz schlägt Gebot. Apps, die nicht zur Suchanfrage passen, nehmen gar nicht erst an der Auktion teil. Die Abrechnung erfolgt pro Tap oder Install.
Lesetipps
Ein interessanter Beitrag darüber, wie die konversationelle KI die bezahlte Suche verändert.
Nehmt Euch kurz Zeit und lest nach, wie Ihr die Kanalübersicht für PMax-Kampagnen nutzt.
Weitgehend passende Keywords verwenden, ohne die Kontrolle zu verlieren? Hier erfahrt Ihr, wie das geht.
Außerdem wird Euch nähergebracht, wie Ihr LinkedIn-Targeting in Microsoft Advertising nutzt.
Kommende SEA-Events & Konferenzen im Überblick
Bleibe up-to-date mit den wichtigsten kommenden SEA-Events & Konferenzen. Hier findest Du eine Übersicht der spannendsten Branchentermine für wertvolle Insights, Networking und neue Trends im Suchmaschinenmarketing.
SMX 2026 im Congress Center München
Die SMX, Europas größte Konferenz für Suchmarketing, findet wieder statt! Die ReferentInnen finden sich vom 10. – 11. März 2026 in München zusammen, um Euch mit wertvollen Insights zu versorgen. Hier erhaltet Ihr die Taktiken, Strategien und Tools für eine optimale Performance in 2026.
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Wir sehen uns dort!
Draußen friert es, drinnen laufen die Ads heiß: Mehr Video, smarteres Targeting und neue Features bei Google und Microsoft bringen ordentlich Bewegung ins neue Jahr. Nutzt die Winterruhe, um Eure Kampagnen auf Vordermann zu bringen – und denkt dran: wer die neuen Tools jetzt ausprobiert, startet 2026 mit warmen Händen und heißen Ergebnissen.




