Das Google AdWords Tagesbudget

Eine kleine Wissenschaft für sich sind die Fragen und Zusammenhänge zwischen den AdWords Tages- und Monatsbudgets, Klicks, Impressionen und der Anzeigenauslieferung. Wir wollen die Zusammenhänge hier nochmals beleuchten.

Wie und was kann man beim Budget einstellen

Die Eingabe von AdWords Werbebudgets findet auf Kampagnenebene statt. Hierbei gibt es zwei Möglichkeiten: Tagesbudget oder Monatsbudget.

Das Tagesbudget ist der Betrag, den der User bereit ist, am Tag für eine Kampagne auszugeben. Allerdings kann es bei erhöhtem Suchvolumen dazu kommen, dass dieses bis zu 20% überschritten wird. Google garantiert jedoch, dass sich dieses Überziehen innerhalb eines Abrechnungszeitraumes und wohl innerhalb der Kampagne wieder ausgleicht.

Beispiel: Eine Kampagne besitzt ein Tagesbudget von 30 €. An trafficintensiven Tagen können diese 30 € theoretisch um bis zu 6 €überschritten werden. Allerdings wird in einem Monat nicht mehr als 30 * 30 €, also 900 € verbraucht. Alles was darüber hinausgeht wird dem User wieder gutgeschrieben und kostet ihn demnach nichts zusätzlich.

Die zweite Option ist die Festlegung des Kampagnenbudgets für den ganzen Monat. Diese Option ist relativ neu und dient als Alternative zur Festlegung von Budgets für Unternehmen, denen die Tagesbudgetierung unternehmerisch nicht gerecht wird.

Ein wenig knifflig wird es, wenn man an bestimmten Tagen keine Werbung schaltet, d.h. die Kampagnen pausiert sind. Aus der eigenen Erfahrung hat sich hier eine Tendenz gezeigt, dass AdWords die an pausierten Tagen nicht verbrauchten Tagesbudgets auf die restlichen Tage verteilt (allerdings nur wenn das Budget aufgebraucht würde) . Man sollte also beachten, dass 30 Tage * Tagesbudget auch dann als Monatsbudget gilt, wenn nicht an 30 Tagen geworben wird.

Weiterhin besteht die Möglichkeit, kontinuierliche oder anfrageabhängige Anzeigenschaltung zu wählen. Kontinuierliche Anzeigenschaltung heißt, die Anzeigen werden verteilt über den Tag geschalten und das Budget sollte den ganzen Tag ausreichen.

Anfrageabhängige Anzeigenschaltung bedeutet, die Anzeigen werden so häufig wie möglich geschalten, bis das Budget verbraucht ist, allerdings hauptsächlich zu Spitzenzeiten der Suche nach Ihren Keywords, also beispielsweise nachmittgas.

Wie kalkuliere ich mein Tagesbudget

Hierfür gibt es eine Grundformel, die zur grundlegenden Orientierung herangezogen werden kann:

Tagesbudget = Anzahl der Klicks * Max. CPC

Erwarten Sie also für eine Kampagne ca. 300 Klicks am Tag und sind bereit, dafür pro Klick 0,80 € zu Zahlen, so sollte das Tagesbudget dieser Kampagne 240 € sein. Andernfalls kann und wird es dazu kommen, dass die Anzeigenauslieferung trotz nicht verbrauchten Budgets nicht immer stattfindet, da das AdWords System versucht, das eingestellte Tagesbudget weitgehend einzuhalten. Stellhebel zur Korrektur sind hier eine Erhöhung des Budgets zur Sicherstellung der Anzeigenauslieferung, eine Senkung des Max. CPC oder ein Optimierung der Keywordliste, so dass der tatsächliche CPC (Cost per Klick) sinkt.

Was sind von AdWords vorgeschlagene Budgets

Sollte das eingestellte Budget für eine ganztägige Anzeigenauslieferung nicht genügen, bietet AdWords in den Kampagneneinstellugen, in der Kampagnenzusammenfassung und für MCC Nutzer auch in der Kontenübersicht eine Budgetempfehlung mit grafischer Darstellung möglicher Änderungen an.

adseed: Tagesbudget-Planer Impressionen

Diese basiert auf der der Gesamtzahl möglicher Impressionen aller Keywords einer Kampagne bei unbegrenztem Budget. Die Anzahl an möglichen Impressionen wird multipliziert mit der in den letzten 15 Tagen erzielten Klickrate (CTR) und den Klickkosten (durchschnittliche CPC). Diese sollte das erforderliche Tagesbudget darstellen.

adseed: adseed: Tagesbudget-Planer Klicks

Beispiel: Das eingestellte Tagesbudget beträgt 10 € und ist an der Mehrheit der Tage nachmittags verbraucht. Bei unbegrenztem Budget sind allerdings 1000 Impressionen an einem Tag möglich. Aus 100 Impressionen resultieren ca. 5 Klicks. Im Durchschnitt kostet ein Klick 50 Cent. Google wird also ein Budget von maximal 25 € empfehlen. Um die Möglichkeit von Budgettests zu gewährleisten, wird das empfohlene Tagesbudget allerdings öfters unter diesem errechneten Maximalwert liegen, aber über dem eingestellten aktuellen Tagesbudget.

Was passiert bei niedrigerem Budget

Trotz allem wird es oft so sein, dass man dem Budgetvorschlag des AdWords Systems nicht folgen kann und ein niedrigeres Tagesbudget ansetzt. Die Folge wird eine über den Tag verteilte Anzeigenauslieferung sein, womit das Tagesbudget nicht überschritten werden soll.

Auch bei der Kampagneneinstellung „anfrageabhängige Anzeigenschaltung“, bei der solange Impressions erzielt werden sollen, bis das Tagesbudget durch Klicks aufgebraucht ist, kommt es bei zu geringem Budget zu einer nicht durchgängigen Anzeigenauslieferung, da das System trotzdem eher dann schaltet, wenn die Nachfrage in Form von Suchanfragen am größten ist.

Beispiel: Das Tagesbudget beträgt 5 €. Die Kampagne mit allen Keywords würde an einem ganzen Tag ca. 500 Impressions erzielen. Ein Klick würde aber durchschnittlich 50 Cent kosten. Die Klickrate beträgt ca. 10 %.

Das AdWords System errechnet ein Budget von maximal 25 €, zumindest mehr als 5 €. Selbst bei anfrageabhängiger Anzeigenschaltung würden Anzeigen nicht durchgängig angezeigt bis das Budget aufgebraucht ist.

Fazit

Das AdWords Budget ist also ein sehr wichtiger Stellhebel für die Gewährleistung der Anzeigenschaltung auch über die tatsächlichen entstehenden Kosten hinaus. Zu knappbemessene Beträge stehen einer durchgehenden Anzeigenschaltung entgegen, weswegen der Budgetplanung von AdWords Kampagnen die nötige Zeit sowie der erforderliche finanzielle Spielraum eingeräumt werden sollte.

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