Recap Ads Camp Köln 2022 – Social Ads Konferenz

Nachdem das letzte Ads Camp 2020 online auf Hop.in ausgestrahlt wurde, fand die Social Ads Konferenz “von Experten für Experten“ nun wieder im besten Format statt: Im Hilton in Köln. Denn so viel ist sicher: Neben den Vorträgen, Insights, Hacks und Cases der Speaker ist auch der direkte Austausch mit den BranchenkollegInnen eine große Bereicherung. Die 350 Plätze waren restlos ausverkauft. Auf dem Pre-Event am Vorabend im Brauhaus konnte bereits eingecheckt werden. Danach ging es bei dem ein oder anderen städtetypischen Getränk in die ersten spannenden Gespräche.

„Data ist dead. Creatives are queen.“

Den Auftakt des Ads Camp am Montagmorgen machen – fast schon traditionell – Florian Litterst & Lena Gmeiner von adsventure. Sie stecken mit ihrem „Performance Playbook 2022“ den Rahmen für die Themen des Tages ab und gehen auf den Paradigmenwechsel im Social Ads Marketing ein.

Performance Marketing mit  eingeschränktem Tracking – das sei wie “Motorrad fahren mit dem Helm falsch herum auf”. Schlechter auswertbare Kampagnen, Automatisierungen  und die Einschränkung von Targeting-Möglichkeiten führen im Social Advertising zum Ende des Marketing Funnels in der Kampagnenkonzeption. Die Schlüsselrolle spielt nunmehr kreatives Werbematerial. Kurz: „Data ist dead. Creatives are queen“. Mit höchster Geschwindigkeit gingen die beiden noch auf “Mechanismen im Maschinenraum” des Ads Managers (Flo) ein und darauf, wie man zur Kreation von Thumbstopping Moments (Lena) kommt. Die Vortragsplanung mit 30 Sekunden pro Folie war wohl recht optimistisch und etwas weniger wäre an dieser Stelle mehr gewesen. Inhaltlich wie immer impulsgebend – nichtsdestotrotz. An vielen Stellen im späteren Verlauf des Tages bezogen sich die Speaker auf Inhalte von Flo und Lena.

Ads Camp 2022

Nach diesem Galopp weckt die Neurowissenschaftlerin Gesa Lischka mit einer “Lüge” unser Reptiliengehirn und erläutert sehr anschaulich, wie Emotionen im Marketing genutzt werden können. Sie ermuntert die Ads Camp Teilnehmer in Werbeanzeigen lieber zu provozieren und zu polarisieren als sie in langen Team-Entscheidungsprozessen schlimmstenfalls zu neutralisieren.

Wer keine Emotionen hat, entscheidet nicht.

Markus Bayer zeigt wie mit smartly.io Kampagnen automatisiert und personalisiert werden können. Am Case Ralph Lauren macht er deutlich, wie mittels modularer Creatives Kleidung passend zum Wetter kontextualisiert werden kann.

Social first vs. Brand first

Den Ads Camp Claim „Don’t make ads, make geilen Scheiß“ führt Pascal Fiedler von der Social Entertainment Agentur charles&charlotte genauer aus. Damit der „Skip the Ad“ Button nicht länger der erfolgreichste CTA einer Anzeige ist ;). Stattdessen sollen Ads keine Fremdkörper auf Social Media Plattformen sein. Er hat mit „Social First“, im Gegensatz zu „Brand First“ erstaunliche Erfahrungen in Sachen Brand Lift und Engagement Rates gemacht.

Vor dem Mittag gab es zur Abwechslung ein neues Format: den „Fire Side Chat“ mit Creator Tim Johnson. In dieser Interview Session heißt es auch aus der Perspektive des Influencers: „Für mich ist die beste Werbung, wenn man nicht merkt, dass es Werbung ist“.

Der für seinen trockenen Humor bekannte und beliebte Vertreter von Meta, Daniel Stauber, versucht diesmal zu vermitteln, dass es für Meta kein Widerspruch ist, Menschen und Unternehmen gleichermaßen gerecht zu werden. Personalisierte Werbung nütze Unternehmen und Usern. Datenschutz-Erfordernissen werde mit Conversion Modellierung und neuen Datenschutztechnologien begegnet. Bei der Erwähnung der neuen Advantage+ Automatisierungsprodukte kam im Abkürzungssprech ein erheiterndes “Abrakadabra“ heraus.

Am Ende des Vortrages wurde dem Meta-Mitarbeiter auch die – mit 23 Daumen hoch kommentierte – Frage gestellt, warum es derzeit so viele Seitensperrungen gibt. Leider wurde darauf nicht weiter eingegangen. Schade, hätte sicherlich viele interessiert, auch wenn Daniel selbst natürlich nichts damit zu tun hat. Dafür gab es auf die Frage, warum man Werbung von Unternehmen erhält, die man zuvor mündlich erwähnt hat, ein klares „Meta hört nicht Euer Telefon ab.“

Ads Camp 2022 Köln

Publikumsfragen an Daniel Stauber von Meta

Im Anschluss bringen Michaela Gahbauer & Florian Muff von der Hutter Consult AG ganze 20 Ideen für Custom Metrics auf die Bühne. Mit diesen selbst berechneten Kennzahlen im Werbeanzeigenmanager können Ergebnisse aus Meta Kampagnen detailliert auf Notwendigkeit im Unternehmen angepasst und nutzbar gemacht werden. Einige Klassiker wie der Average Order Value (AOV) und Lead ROAS waren dabei, ebenso die Conversion Rate – die tatsächlich noch nicht Standard im Ad Manager ist. Die Kollegen von Hutter empfehlen die CR nicht aus Klicks, sondern Landing Page Aufrufen zu berechnen um damit Trackingverluste aus allen Ausgangsmetriken gleichermaßen zu berücksichtigen.

Andere spannende Custom Metrics Ideen waren – auf Creatives bezogen – Hook Rate und Hold Rate sowie revenue-orientierte Metriken wie New Customer Rate, News Customer Lifetime Value, uvm. Hutter liefert wie schon auf den letzten Ads Camps praktischen Input für den Ad Management Alltag.

Beim Kampagnensetup setzt Simon Kreienbaum von kitchn.io weniger auf Tricks und Hacks, sondern rät Systeme und Prozesse zu etablieren, die  langfristigen Kampagnenerfolg sichern. Er empfiehlt ein System fürs Creative Testing und besonders auf saisonale Aktivitäten im Jahr, des Monats und der Woche einzugehen.

Meta, TikTok, Pinterest – Hauptsache guter Content

Nachdem viel über Meta und TikTok gesprochen wurde, kam mit Carl Achilles ein Gründungsmitglied des Pinterest Vertriebsteams für Nordeuropa auf die Bühne. Auf die Frage, wer hier im Saal Pinterest Ads schaltet, hielt sich die Anzahl der gehobenen Hände in Grenzen. Carl erklärte also noch einmal grundsätzlich, was Pinterest ausmacht und inwiefern sich Pinterest von anderen Social Media Plattformen unterscheidet.

Pinterest möchte ein Ort sein, an dem man sich besser fühlt, nachdem die Plattform besucht hat. Auf Pinterest suchen Menschen nach Inspiration um ein Leben zu führen, das sie lieben.

Schade irgendwie, dass Pinterest oft defensiv wirkt und scheinbar damit ringt, sich von den größeren Social Media Plattformen abzugrenzen. Dabei kann Pinterest durch die Eingabe der Suchanfragen Trends und Bedürfnisse der User direkt erfahren und verwenden, wie Carl später deutlich macht.

Als Agentur mit Pinterest Erfahrungen hätten wir uns an dieser Stelle mehr Deep Dive und Cases gewünscht. Wäre der Ads Camp Audience sicherlich zuzutrauen gewesen. Vielleicht heben ja beim nächsten Pinterest Vortrag schon mehr Personen die Hände und es geht auch hier tiefer in den Maschinenraum.

Die letzten beiden Vorträgen kann man wohl am besten mit diesem Tweet zusammenfassen:

Ads Camp 2022 – es war wieder ein sehr gelungenes Event! Wir sind gespannt, welche Themen beim nächsten Ads Camp wichtig geworden sein werden. Sprechen wir dann schon über erste Marketing Steps im Metaverse? In jedem Fall wird uns die Nutzung von KI und AR Technologien in Werbekampagnen in der nächsten Zeit sicher noch stärker beschäftigen. Wer beim nächsten Ads Camp auf jeden Fall mit dabei sein will, kann sich schon jetzt auf die Early Nerd Liste eintragen. Man sieht sich 😉

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