SEA News Woche 36/2020

Da war einiges los und zu vermelden in der vergangenen, ersten Septemberwoche. Aufschreie und Aufsehen erregten Google’s im Nebensatz geäußerte Änderungen bei den Suchanfragen und deren Berichten. Aber auch das Tracking im Consent Mode wird uns künftig erfreuen. Weitere News zu Anzeigentexten, Werberichtlinien, Digitalsteuer und Microsoft Advertising gibt es ebenfalls zu schreiben und für euch zu lesen. Here we go…

Consent Mode – Conversion Tracking unter Berücksichtigung des Privacy Consent

Nun kommt Google langsam aber sicher mit Lösungen für das Conversion Tracking auch ohne Cookie Zustimmung der User aus der Deckung. Auf dem eigenen Blog stellt Google eine neue Lösung vor, die

1. die Entscheidung auch gegen Ads- und Analytics-Cookies berücksichtigt

und

2. trotzdem Conversion Tracking ermöglicht.

Die Lösung nennen sie Consent Mode, und diese bzw. dieser Mode erlaubt ein Tag Setting für Global Site Tag und Tag Manager, welches die Cookie Consent Entscheidung berücksichtigt.

Consent Mode ist aktuell in einer Limited Beta Phase und nur für einige Accounts und User verfügbar. Auch ist es ein technisches Thema, welches aber so vereinfacht dargestellt werden kann:

Consent Mode

Quelle: blog.google

Wie kommt es zum Tracking von Conversions ohne Cookies?

Für User, die keine Zustimmung zu den notwendigen Cookies geben, wird das Tracking in einer aggregierten und damit anonymen Art umgesetzt. Das könnte also bedeuten, dass es künftig – mit Consent Mode – Conversions gibt, die keinem Klick, keiner Impression (und auch weniger weiteren Details wie Demografie, Geo-Targeting, etc.) zugewiesen werden können.

Wir denken es wird dazu, wenn die Beta voranschreitet, weitere Informationen von Google und den relevanten Blogs geben.

Google kürzt den Suchbegriffsbericht ein

Mit sofortiger Wirkung enthält der Bericht zu Suchbegriffen nur Begriffe „nach denen Nutzer häufig gesucht haben“. Nicht mehr enthalten sind demnach Suchbegriffe, die nicht von Bedeutung sind. Denn „selten verwendete Begriffe“ werden nicht mehr aufgeführt. Das umfasst auch Suchbegriffe, die Klicks erhielten. Zur Begründung nannte Google gegenüber den Kollegen von Searchengineland unter anderem Datenschutzverbesserungen.

Effektiv wurden die bisher sichtbaren Suchbegriffe mit wenigen Impressionen und z. B. einem Klick entfernt. In einer heiß gestrickten Analyse, die nur den Donnerstag nach der Ankündigung umfasst, sprechen die Kollegen von Seer Interactive  von rund 20% aller Klicks, zu denen keine Suchbegriffsdaten mehr zur Verfügung stünden. Die nicht reporteten Klicks betrafen aber 28% der Kosten.

Änderungen am Bericht für Suchbegriffe und Suchbegriffe Ads Änderungen

Was bedeutet das für uns?

Es wird schwieriger, Budgetfresser zu identifizieren. Bisher war der Suchbegriffsbericht oft nach wenigen Klicks eine Hilfe für auszuschließende Keywords. Solche Fehler fallen jetzt erst auf, wenn auch signifikant dafür bezahlt wurde.

Für den Klickpreis, den Werbetreibende zahlen, sollte die Leistung in Google Ads maximal nachvollziehbar sein. Das ist sie bei smarten Kampagnen schon länger nicht mehr. Mit der jetzt durchgeführten Umstellung wird auch die keywordbasierte Leistung weniger nachvollziehbar.

Die Produktdesigner bei Google sollten sich bewusst machen, dass „Lehrgeld“ von Werbetreibenden ungern gezahlt wird.

Es sollte daher die Ausnahme bleiben, bezahlte Leistung zum Nachteil der Nutzer nicht zu reporten!

Expanded Text Ads – ein Auslaufmodell?

Viele Jahre haben wir uns beim Schreiben und Optimieren von Google Search Textanzeigen mit dem Format Expanded Text Ads (ETA) angefreundet und haben uns an deren recht komfortabler Zeichenzahl erfreut. Mit Einführung der Responsive Search Ads wurde das Format im Creation-Prozess ergänzt/erneuert, im optischen Ergebnis der Anzeigenauslieferung änderte sich nichts.

Nun gibt es Hinweise und Anzeigen, dass das ETA-Format abgelöst werden könnte durch die Responsive Ads. Diese Vermutung gründet sich einerseits darauf, dass in einigen Accounts die ETA-Anzeigen nicht mehr direkt angelegt werden können. Hierüber berichtet SearchEngineLand mit Text und Bewegtbild. Auch wir haben Accounts, in den ETA nur noch „um die Ecke“ angelegt werden können.

Statische Textanzeigen neu

Ebenso oder gar noch mehr kommt man zu der Vermutung des Endes der ETA, wenn man die Google AdWords/Google Ads Historie berücksichtigt und auch in die automatisierte Zukunft schaut.

Auf ähnliche Weise sind die Textanzeigen im Display Bereich nach einer Phase der parallelen Setup-Möglichkeit ersetzt worden durch das Responsive Display Ads Format. Und es ist ja auch so, dass die RSA die Funktionalität der ETA quasi 1 zu 1 abbilden können – wenn man entsprechende Pin-Einstellungen vornimmt.

In Google´s Sinne ist die Nutzung statischer Anzeigenvarianten (ETA und Werbebanner im GDN) schon länger nicht mehr. Also ist es naheliegend diese Anzeigenformate zu entfernen bzw. zu ersetzen.

Noch ist es nicht so weit. – Dass es so kommen wird, scheint allerdings unvermeidlich.

Verschärfung der Werberichtlinien für ungesunde Lebensmittel

Google sagt Lebensmitteln und Getränken mit hohem Fett-, Salz- oder Zuckergehalt den Kampf an – zumindest wenn es um Minderjährige geht.

Ab 6. Oktober 2020 tritt eine Aktualisierung der Richtlinie für andere eingeschränkt zulässige Unternehmen in der EU und im Vereinigten Königreich in Kraft.

Cookie Monster

MediaGiphy – Eat Healthy

Als Werbetreibende müsst Ihr fortan selbst in diesem Formular erklären, dass Ihr in Eurem Konto Kampagnen für Lebensmittel und Getränke mit hohem Fett-, Salz- und Zuckergehalt startet. Außerdem erklärt Ihr damit, dass die entsprechenden Anzeigen für das Display- und YouTube-Netzwerk den Einschränkungen der Werberichtlinie entsprechen.

Microsoft Advertising Updates

Nach einer gefühlten Ewigkeit und einigen Ankündigungsrunden ist es nun soweit: Die neue, moderne Oberfläche der Microsoft Advertising Plattform wird für alle Accounts innerhalb den kommenden (hoffentlich wenigen) Wochen für alle Werbeaccounts ausgerollt.

In einigen Accounts haben wir diese auch schon nutzen dürfen.

Microsoft Advertising Oberfläche probieren

Etwas überraschend 😉 erwartet uns eine sehr ähnliche Erfahrung zur Google Ads Oberfläche. Die sicher existierenden kleinen Besonderheiten der Microsoft Variante werden wir bei der tatsächlichen Nutzung entdecken – sind diese der Microsoft Meldung nicht herauszulesen.

Wir freuen uns auf das moderne Design und eine verbesserte Usability!

Ein weiteres Update: Microsoft stellt für die reaktionsfähigen Anzeigen (Responsive Ads) nun auch Asset-Details – hier: Performance Bewertung – bereit.

Auch hier: Kein wesentlicher Unterschied zu Google Ads und dennoch sinnvoll und hilfreich!

Performance Bewertung reaktionsfähige Anzeigen

Gebühren für die Auslieferung von Google Ads

Vergangene Woche informierte uns das Google Payments-Team via E-Mail über neue Gebühren, die ab dem 1. November 2020 von Google für die Auslieferung von Anzeigen im Vereinigten Königreich, in der Türkei und in Österreich berechnet werden.

Die neuen Gebühren betreffen Anzeigen, die in diesen Ländern ausgeliefert wurden:

  • in der Türkei ausgelieferte Anzeigen: gesetzliche Betriebskosten von 5 %
  • in Österreich ausgelieferte Anzeigen: Digitalsteuer von 5 %
  • im Vereinigten Königreich ausgelieferte Anzeigen: Digitalsteuer von 2 %

Die zusätzlichen gesetzlichen Betriebskosten ergeben sich aus den stetig komplexer werdenden Anforderungen und den steigenden Kosten für die Einhaltung der gesetzlichen Vorgaben für die Auslieferung von Anzeigen in der Türkei. Die Gebühren in Österreich und im Vereinigten Königreich ergeben sich aus der jeweils neu eingeführten Digitalsteuer in den Ländern. Hintergründe zur Digitalsteuer in Österreich könnt Ihr in unseren SEA-News der KW 06 nachlesen.

Hier sind die wichtigsten Änderungen kurz für Euch zusammengefasst:

  • Gebühren erscheinen auf der Rechnung oder auf dem Kontoauszug als separate Position pro Land; im Google Ads-Konto im Bereich Transaktionen
  • alle Steuern, z. B. Umsatzsteuer, Mehrwertsteuer, GST oder QST, die in Eurem Land anfallen, gelten möglicherweise auch für die neuen Gebühren
  • bei monatlicher Rechnungsstellung oder automatischen Zahlungen werden diese Gebühren zusätzlich zu Eurem Kontobudget hinzugefügt
  • bei manuelle Zahlungen werden die Gebühren möglicherweise erst dann in Rechnung gestellt, wenn die Zahlung vollständig verbraucht ist; ggf. wird dann ein offener Saldo verzeichnet, der automatisch bei der nächsten Vorauszahlung abgezogen wird.

Weitere Kurznachrichten

Google Ads Standorterweiterungen einfacher & schneller erstellen

Für Unternehmen mit mehrere Standorten vereinfacht Google die Einrichtung von Standorterweiterungen. Konkret könnt Ihr aus einer Auswahl von Unternehmensnamen Euren eigenen bzw. den gewünschten auswählen. Google will anhand der URL und weiteren Signale prüfen, ob die Extension dann für den jeweiligen Google Ads Account geschaltet wird.

Schnellere Überprüfung von Merchant Promotions

Google kündigt mehr Tempo bei der Überprüfung von Merchant Promotions im Google Merchant Center an. Laut SearchEngineLand soll das bereits für die aktuelle Holiday-Season passieren. Wir hoffen auch darauf, dass das Weihnachtsgeschäft dabei gleich mit berücksichtigt wird!

Lesetipps

Google Kampagnen zu Microsoft bringen – ein Klassiker Thema zum Nachlesen beim PPC Hero.

Plant Apple eine eigene Suchmaschine und könnte Apple damit Google gefährlich werden? – Einige Hinweise und Vermutungen lest Ihr bei SearchEngineLand.

Wir wünschen Euch gutes Gelingen und erfolgreiche Kampagnen in der beginnenden Woche. Die nächste News-Ausgabe gibt es in einer Woche an dieser Stelle.

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3 Kommentare. Hinterlasse eine Antwort

  • Hey ihr!

    Wisst ihr für wen die Gebühren/Digitalsteuer gelten? Nur Rechnungsempfänger im jeweiligen Land (z.B. AT) oder alle Rechnungsempfänger, die in diesem Land werben (z.B. Sitz in DE mit Kampagne in AT/UK).

    Danke vorab und viele Grüße an den Fockeberg

    Paul

    Antworten
    • Hallo Paul,
      also soweit wir wissen gilt das für das Targeting, also wenn du in den Ländern wirbst – unabhängig davon, ob du deine Rechnungsadresse da hast.

      Für nachträgliche Zahlung (Bankeinzug, Kreditkarte, Rechnung) wird es zusätzlich berechnet. Für vorausgezahlte Guthaben wird es vom Guthaben genommen = weniger Klicks für das Budget.

      Wenn es anders ist, dann informiere uns gern dazu.

      Viele Grüße
      Jörg für adseed

      Antworten
  • Hallo an Alle,

    sehr gute News! Macht weiter so.

    Viele Grüße

    Patrick

    Antworten

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